Das Cover ist da …

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Mein erster Roman „Heinz und sein Herrl“ erscheint Mitte März 2019 bei Kremayr & Scheriau. Die erste Fassung ist nun bei der Lektorin, und über Weihnachten werde ich das Buch noch einmal überarbeiten. Ich freue mich über den Optimismus, der beim Verlag herrscht – dort man ist man sich offenbar sicher, dass das Buch bis zum Frühjahr fertig wird. Sonst könnte man es ja noch nicht >> hier vorbestellen.

Ich finde das Cover wunderschön. Das Buch ist, ganz objektiv gesagt, ein Super-Geschenk: Für alle Leute oder Hunde, die Heinz heißen. Oder man heißt selbst Heinz und kann dieses Buch herschenken, um andere dezent an sich selbst zu erinnern.

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Rosenkränze und Gartenzwerge: das war die Floriana 2018

Florian Gantner hatte ja befürchtet, als Quoten-Florian zur Floriana eingeladen worden zu sein. Letztlich hat er jedoch sogar den mit 7.000 Euro dotierten 1. Preis gewonnen.
Weitere GewinnerInnen: 2. Platz Ljuba Arnautovic und 3. Platz ex aequo Bernhard Strobel und Marko Dinic. Den Förderpreis für AutorInnen aus Oberösterreich bekam Irene Hetzenauer zugesprochen.

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Die teilnehmenden AutorInnen (v. li. Angela Lehner, Florian Gantner, Irene Hetzenauer, ich, Ljuba Arnautovic, Ursula Wiegele, Gabriele Kögl, Bernhard Strobl, Reinhard Wegerth, Marko Dinic) – (c) fotokerschi.at

Es gibt aber noch viel mehr über diese letzten Tage zu erzählen.
Da ist dieses imposante Stift mit Bibliothek, Kirche, Orgel, Stiftsrestaurant, durchgelegenen Gästebetten, kalten Klostergängen, fein säuberlich geordneten Gebeinen und dank Anton Bruckners Sarg auch dem nötigen Promifaktor – kurz: alles da, was ein ordentliches Barockstift braucht. Und natürlich eine Glocke, die am Sonntag um 6 Uhr früh läutet. Das Stift thront über der gleichnamigen Ortschaft St. Florian bei Linz.

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Die mit Gartenzwergen nachgestellte Floriana 2016 ist im Literaturgarten St. Florian zu bestaunen. (c) EWN

Der Ort besteht weiters aus einem Marktplatz, einer Feuerwehr (natürlich), zwei Bushaltestellen und rund 6.000 verschiedenen Restaurants, Konditoreien und Gasthäusern. Man munkelt, dass in St. Florian jeder Einwohner und jede Einwohnerin zur Taufe bereits ein eigenes Lokal vom Bürgermeister bekommt. Kurz vor der Heimfahrt entdeckten wir auch noch einen „Literaturgarten“ gegenüber der Bushaltestelle. Hier wird die Floriana mit Gartenzwergen nachgestellt (siehe Foto).

Worum ging es?

Man las von früh bis spät vor spärlichem Publikum Eigenes zum Thema „Verrat“, dazu diskutierte die Jury und zwischendurch wurde ganz und gar nicht spärlich gegessen.

Die ausgewählten Texte wurden von kaputten und/ oder verstümmelten Seelen, Gegenden, Beziehungen und Menschen dominiert: Wir hörten u.a. von Rosenkranz-Fesseln um die gefalteten Hände des toten Großvaters, von Geschwistern in der Psychiatrie, einem Totenkleid in der Änderungsschneiderei und der Perücke einer Krebskranken.
Die Jury ließ bei fast allen Texten ihre Muskeln spielen; auch andere sehr gute KollegInnen bekamen das zu spüren. Bei meiner Lesung am Sonntag um 9.30 Uhr war die Jury bereits zum Beißen aufgelegt. (Ein Juror flüsterte mir bei der Feier später ins Ohr, dass ihn manchmal der Killerinstinkt überkäme.) Kritisiert wurde an meinem Text so manches und gelobt recht wenig. (Warum war ich eigentlich eingeladen?) Trotzdem genoss ich am Sonntag Abend die Lesung der Preisträgerin Irene Hetzenauer und die schöne Musik. Freue mich auch mit den Plätzen 3 bis 1 – sehr verdient. Ein großes Danke gebührt dem Ehepaar Liedl und Frau Fink („Frau Floriana“, zit. Ljuba Arnautovic).

Fazit: Hier lernt man einstecken. Ob ich wieder mitmache? Fragt mich in zwei Jahren. Eine (undekorierte) Teilnehmerin: „Ich nehme von hier gar nichts mit.“ (Und nein, Olga Flor war nicht dabei. Sie hätte dank ihres Namens vielleicht auch ohne Text gewonnen.)

Soundtrack des Tages (wurde von einer Cellistin und einem Cellisten bei der Preisverleihung sehr berührend interpretiert): Wolfram Huschke „Rain“

Mit wem ich den Tag heute verbringe?

Natürlich mit den Protagonisten meines Romans, Heinz und seinem Herrl.
Im Augenblick sitze ich an meinem Schreibtisch und versuche, die Lebensgeschichte des Herrls zu rekonstruieren: Wo und wie ist er auf gewachsen? Was hat ihn bewegt, was geprägt? Warum ist er so schrullig, wie er ist? Dabei tauche ich in das Wiener Alltagsgeschehen der 1970er Jahre ein.

Ich war ja selbst zu jener Zeit nur auf Besuch in Wien: Per „Elektrische“ fuhr ich mit meiner Oma immer wieder in den 12. und den 4. Bezirk. (Wozu wir diese Ausflüge in die Hauptstadt unternahmen, ist nachzulesen in meiner Kurzgeschichte „Reviere“, erschienen in: Mein Industrieviertel, hrsg. von Wolfgang Kühn, Literaturedition NÖ, 2017.)

Heute werde ich auch jenen Textauszug vorbereiten, den ich am Sonntag um 9.30 h bei der Floriana vortragen darf.

Soundtrack des Tages: Martin Moro, Within these castle walls